KOS - GRIECHENLAND

Unser Gunni

Text und Bilder: Extremsnowboarder, Motocrosser und Soulsurfer
Gunnar

Kann ich´s noch..??

Kann ich es noch? Das war die Frage, die mich im August auf dem Hinflug zur griechischen Insel Kos am meisten beschäftigte. Beim Anblick des Wassers und der sich biegenden Bäume erwartete ich mit Spannung den ersten Tag auf dem Wasser. Unser Hotel Oceanis Das Hotelbefand sich in Psalidi an der Ostküste von Kos (wird übrigens Koss ausgesprochen und nicht Kooohhhs!).

Auf Kos befinden sich insgesamt sieben erwähnenswerte Stationen (siehe Karte). Wer noch detailiertere Infos und paar gute Argumente für die Partnerin benötigt, kann sich gerne über Gunnar@windsurfer-sachsen.de an mich wenden.

Die StationAm Ankunftstag nahm ich dann erstmal die Surfstation unter die Lupe und erkundigte mich über die vorhandenen Boards. In meiner Zurückhaltung hatte ich nämlich kein Board im Voraus gemietet. Das wäre mir fast zum Verhängnis geworden, da eigentlich alles ausgebucht war. Die junge Dame an der Rezeption unterbreitete mir jedoch den unbezahlbaren Vorschlag, einfach vorbei zu schauen…entweder sie hat ein Board für mich oder nicht. Gezahlt wird dann entweder nach Stunden oder Surftagen. Wie sich später zeigte, sollte ich mit dieser Regelung sehr gut fahren ääh surfen.

Kos Dezember 2004Und so kam ich dann am nächsten Vormittag angetrallert und erhielt fürs erste einen 150l E-Ray. Damit und einem 7.0er Prydesegel bewaffnet stürzte ich mich ins Mittelmeer. An dieser Stelle schnell ein paar Fakten zum Spot und zur Station in Psalidi:

 -        Wind (Meltemi), meist schräg ablandig
-        Windigste Monate Mai bis September / Gleitwindwahrscheinlichkeit 60-76%
-        Wasser im August 24-25 Grad,
-        Kies-/ Steinstrand, d.h. die „Sissis“ unter Euch sollten Schuhe tragen J
-        Stehbereich nicht erwähnenswert, d.h. maximal fĂĽnf Meter
-        Keine Brandungswellen
-        Gute Anfängerbedingungen, da der Wind erst weiter drauĂźen richtig hackt (ca. 200m)
-        Weiter drauĂźen bei stärkerem Wind Windwellen von ca. 1,5m
-        Station verleiht Boards von Fanatic (E-Ray, Cross, TripleX, Skate, Goya)
-        Segel von Neilpryde (Supernova, RafJet und Core)
-        Gute Surfschule mit Anfängerboards Start und Starboard Go
-        Ă–ffnungszeiten nur bis 18 Uhr

 Doch nun zurĂĽck aufs Wasser. Zu meiner Erleichterung stellte ich fest, dass das „E“ bei E-Ray fĂĽr „Easy“ stehen musste. Und so easy hing ich dann auch später im Trapez und lieĂź mir die Sonne auf die kalkweiĂźen Waden scheinen. Was das Outfit angeht, war ich mit Shorty unterwegs. Die Frostbeulen unter Euch sollten den Shorty auch im Sommer auf jeden Fall einpacken. FĂĽr diejenigen, die im Winter das Eis aufhacken, um zu surfen, reicht sicher ein Lycra-Shirt. Dieses wĂĽrde ich aber in Anbetracht der bösen UV-A, UV-B und Gamma-X-Strahlen aus dem Weltall jedem empfehlen. Wir gewannen während der 14 Tage auf Kos jedenfalls den Eindruck, dass Wolken dort generell verboten sind.Kos Dezember 2004

Anfangs war es mit der Flaute genauso…es gab sie einfach nicht. Und so Kos Dezember 2004schaukelten sich die Wellen von Tag zu Tag höher bis auf 1,5 Meter. Dies führte dazu, dass ich das Verhältnis mit meinem E-Ray in Frage stellte und mich mit ihm aussprach: „Hey, guck’ Dich doch mal an, Du bist viel zu fett und kommst durch keine Welle mehr durch. Die anderen sind viel schneller als Du. Ich such mir jetzt eins. das wo rischtisch abgehen tut!

Und so bandelte ich mit den Fanatic Cross- Models mit 135l bzw. 120l an. Zugegeben, auch nicht gerade Waveboards, aber einfach schmaler und damit auch schneller in der Welle. Und so hob ich dann Kos Dezember 2004gelegentlich schon ganz ordentlich ab…und fuhr sogar weiter. Der Wasserstart klappte auch von Tag zu Tag besser und so probierte ich dann die ersten Kos Dezember 2004Powerhalsen. Die Anfahrt bekam ich auch ganz gut hin aber beim Shiften…naja, ihr kennt das ja. Was soll’s sagte ich mir, Kurven schneiden sieht für die ahnungslosen Tretboot-Racer sicher schon furchtbar technisch aus.

Kos Dezember 2004Da ich ja der Annahme erlegen war, das auf Kos niemals Flaute herrscht, unternahmen wir natürlich auch mal was. Da eine Seefahrt bekanntlich lustig ist, schipperten wir auf eben diese Weise in das nahe gelegene Bodrum (Ey, das ist in Türkei, guckst Du?) Die Bootsfahrt verlief sehr turbulent, da die Wellen Kos Dezember 2004nochmals angewachsen waren und die Gischt bis aufs Oberdeck spritzte. Bodrum war auf jeden Fall eine Reise wert, da es trotz der geografischen Nähe zu Griechenland ein ganz anderes Flair bietet. Außerdem musste ich nach dem Koloss von Rhodos unbedingt mein zweites Weltwunder besuchen, das Mausoleum von Halikarnassos. (Halikarnassos ist der frühere Name von Bodrum).

Kos Dezember 2004Tag darauf an der Surfstation musste ich dann in viele hochgezogene Mundwinkel schauen und mir berichten lassen, dass gestern der geilste Surftag war, seit das erste Board auf Hawaii geschnitzt wurde. Das Problem an der Sache war, dass am Tag nach dem Sturm die totale Flaute herrschte. Zum Glück war ich bis zu diesem Tag schon sechs Tage gesurft und konnte daher relaxed mal ein Starboard Go vom Stapel lassen und Manöver üben. Bei Kos Dezember 2004Windstärke drei ist mir dann auch wirklich ein paar Mal ne Heli-Wende geglückt.

Windmäßig wurde für unseren letzten Urlaubstag nochmals eine Sechs angekündigt. Und weil ich ein Glückspilz bin (siehe Bodrum) hatten wir für diesen Tag eine Inselrundfahrt gebucht.

Kleines Trostpflaster war, dass sich dabei zumindest die Gelegenheit bot, den Spot Kefalos im Süden der Insel zu inspizieren. Kefalos liegt in einer Bucht und es herrschen durch den schräg ablandigen Wind ebenfalls Flachwasserbedingungen. Auch hier schwächelte der Wind in Ufernähe etwas. Vor Ort Kos Dezember 2004befinden sich zwei gut ausgestattete Stationen, deren Kunden mich schmerzlich daran erinnerten, was ich heute so verpasse. Mein Ziel war es dann auch, nach der geplanten Rückkehr ins Hotel gegen 17 Uhr noch einmal bis zum Stationsschluss um 18 Uhr aufs Brett zu springen. Das klappte auch und so kam ich am letzten Tag doch noch zu meinen abschließenden Gleiterlebnissen (auf dem Wasser ihr Ferkel!) Kos Dezember 2004Und wie können solch einschneidende Erlebnisse noch verstärkt werden…na logo, mit nem Surfkumpel und Alkohol (An dieser Stelle Gruß an Manuel aus Berlin, hoffe, der LT läuft wieder). Leider schloss die Surfbar schon nach unserer ersten Cerveza und damit noch vor dem Sandmann um 19 Uhr. Also besorgte ich die inzwischen lieb gewonnene und dosenpfandfreie „Mythos“-Plörre aus dem Supermarkt. So stand dann einem gepflegten Aprés Surf am Strand nichts mehr im Wege. Und um auf die eingangs erwähnte Frage zurück zu kommen…JJJAAA, er kann’s noch, er kann’s noch, er kann’s noch.

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